
30. September 2026
Strom fließt in Spelle künftig durch digitales Netz
Westnetz treibt Energiewende voran und digitalisiert Ortsnetzstation am Konrad-Adenauer-Ring in Spe...
Westnetz treibt die Energiewende voran und investiert in das Stromnetz der Zukunft. Aus diesem Grund hat der Verteilnetzbetreiber in Spelle jetzt eine weitere, neue Ortsnetzstation aufgestellt. Per Kran wurde sie am Mittwoch auf ihren dafür vorgesehenen Platz am Konrad-Adenauer-Ring, Ecke Karl-Carstens-Straße, gehoben. Das Besondere an dieser Station ist, dass es sich um eine sogenannte digitale Ortsnetzstation handelt. Das Unternehmen verbessert damit die Steuerung des Stromnetzes, indem Echtzeitinformationen zur Stromverteilung und Spannung direkt an die zentrale Leitstelle übermittelt werden. Dies ermöglicht eine Fernsteuerung und trägt zu einer noch zuverlässigeren Stromversorgung bei, da im Bedarfsfall beispielsweise noch schneller auf Störungen reagiert werden kann.
Die Netzoptimierung ist aufgrund des gestiegenen Leistungsbedarfs im direkten Umfeld notwendig. Die neue Station bietet eine erhöhte Leistungsfähigkeit, mit der den gestiegenen Anforderungen an die Verteilnetze Rechnung getragen wird. Bereits heute sieht der Verteilnetzbetreiber einen signifikanten Anstieg der Netzbelastung und investiert daher frühzeitig in die Modernisierung der Technik. „Das Netz der Zukunft muss digital sein, denn die Anforderungen an die Stromnetze werden immer komplexer“, so Christian Willen, verantwortlicher Netzplaner am Westnetz-Standort in Freren. „Einerseits gibt es eine zunehmende Einspeisung aus erneuerbaren Energien, in Wohngebieten speziell durch Photovoltaik. Andererseits steigt der Stromverbrauch durch die verstärkte Nutzung von etwa Wärmepumpen und Elektrofahrzeugen. Digitale Ortsnetzstationen helfen uns, diese Auslastungen zu erkennen und entsprechend zu steuern“, erklärte Willen.
Aufgrund des höheren Strombedarfs der Bürgerinnen und Bürger wird Westnetz zudem im Zuge der Maßnahme auch die Versorgungsleitungen in diesem Bereich verstärken und dafür rund 250 Meter neue Mittelspannungskabel und etwa 500 Meter Niederspannungskabel verlegen, um die Versorgungssicherheit weiter auf einem sehr hohen Niveau zu gewährleisten.
Geplant wurde die neue Netzverstärkungsmaßnahme am Westnetz-Betriebsstandort in Freren. In der gesamten Region verantwortet Westnetz die Planung, den Bau, die Instandhaltung und den Betrieb von 12.400 Kilometern Strom-, 2.500 Kilometern Gas- und 170 Kilometern Wassernetz. Insgesamt 130 Mitarbeiter sorgen in der Region für eine zuverlässige Energieversorgung.
Ortsnetzstationen spielen eine Schlüsselrolle in der Energieversorgung, indem sie Mittelspannung in haushaltsübliche Niederspannung umwandeln. Digitale Ortsnetzstationen haben die gleiche Funktion, übertragen aber zusätzlich Live-Daten über Mobilfunk oder Glasfaseranbindung. So kann Westnetz das Stromnetz in Echtzeit analysieren und bei Bedarf schneller reagieren. Darüber hinaus erkennt das smarte System ungewünschte Vorkommnisse besonders schnell: Die Technik hilft, Fehler einzugrenzen und Ausfallzeiten zu reduzieren. Mit den gewonnenen Daten kann zudem der Betrieb der Netze noch bedarfsgerechter auf die zukünftigen Herausforderungen ausgerichtet werden.
Im Zuge der Digitalisierung der Infrastruktur modernisiert Westnetz fortlaufend die Hoch-, Mittel- und Niederspannungsnetze im Versorgungsgebiet und macht sie fit für die Zukunft. Die Energiewende ist für die Verteilnetze ein Stresstest. Werden sie nicht massiv ausgebaut, werden sie diesen Test nicht bestehen. Für die Verteilnetzbetreiber besteht die Herausforderung darin, die steigenden Zahlen an neuen Verbrauchern und Erzeugern an die Stromnetze anzuschließen. Mit erheblichen Investitionen treibt Westnetz den Ausbau und die Verstärkung des Stromnetzes in den nächsten Jahren deutlich voran. Neben dem klassischen Netzausbau, also dem Zubau von mehr Leitungen, mehr Transformatoren und mehr Ortsnetzstationen, treibt Westnetz deshalb auch die Digitalisierung der Infrastrukturen massiv voran. Die Maßnahmen umfassen alle Ebenen des Verteilnetzes, wie die Erweiterung von Umspannwerken, aber auch die Errichtung digitaler Ortsnetzstationen. Damit ist es möglich, die Netze bei unerwarteten Verbrauchsspitzen oder hohen Stromerträgen durch Photovoltaik- oder Windkraftanlagen präzise zu steuern. Westnetz nimmt damit als Treiber der Energiewende eine führende Rolle im notwendigen Umbau der Energienetze in der Region ein.
Hintergrund:
Das Stromnetz kann man sich wie ein Straßennetz vorstellen: Es gibt Autobahnen, Bundesstraßen und Landstraßen. Ebenso teilt sich das Stromnetz in das Hochspannungsnetz (110.000 Volt), das Mittelspannungsnetz (10.000 Volt) und das Niederspannungsnetz (400 Volt) auf. Die unterschiedlichen Netze bedienen verschiedene Abnehmer: das Hochspannungsnetz größere Orte und energieintensive Unternehmen, das Mittelspannungsnetz kleinere Orte und Unternehmen sowie das Niederspannungsnetz einzelne Haushalte und Geschäfte. Umspannwerke und Ortsnetzstationen stellen die Verbindung zwischen den einzelnen Spannungsebenen her – vergleichbar mit Autobahnkreuzen oder Autobahnabfahrten.