Kobern-Gondorf,
12
Januar
2024
|
12:33
Europe/Amsterdam

Westnetz modernisiert Stromnetz in Kobern-Gondorf

  • Verstärkung und Digitalisierung der Netzinfrastruktur zur Erhöhung 
    der Versorgungssicherheit 
  • Umstellung von Freileitung auf Erdkabel ab Februar 2024 
  • Verteilnetzbetreiber kombiniert Baumaßnahme mit Glasfaserausbau 

Die Anforderungen und Belastungen an die Versorgungsnetze steigen zunehmend. Immer mehr Photovoltaikanlagen auf den Dächern von Firmen und Privathäusern speisen Strom ein, Ladestationen für Elektrofahrzeuge sowie Wärmepumpen zum Heizen der Häuser fordern einen höheren Strombedarf. Um die Netze entsprechend der höheren Anforderungen weiterzuentwickeln und die Versorgung der Bürger*innen sicherzustellen, modernisiert und verstärkt Westnetz nun auch in der Ortsgemeinde Kobern-Gondorf das Stromnetz. Die Baumaßnahme mit einer Investitionssumme in Höhe von zwei Millionen Euro wird mit dem Glasfaserausbau für schnelles Internet, der bereits seit November 2023 in Kobern-Gondorf in vollem Gange ist, kombiniert. 

Westnetz stellt im Ortsteil Gondorf die Stromversorgung über einzelne Freileitungen auf moderne Erdkabel um und verlegt rund 1.350 Meter neue Mittelspannungskabel sowie 4.670 Meter Niederspannungskabel. Dies bedeutet, dass Häuser mit Dachständern und Anschluss an den entsprechenden Freileitungen auf eine Versorgung über Kabelnetz umgestellt werden. Die Bauarbeiten beginnen Anfang Februar 2024 und dauern mehrere Monate an. „Erdkabel sind vor Witterungseinflüssen wie Sturm, Gewitter, Hagel und starken Regenfällen weniger störanfällig als Freileitungen, bei denen der Strom übers Dach ins Haus kommt. Gleichzeitig wird die Übertragungsfähigkeit für eine steigende dezentrale Stromeinspeisung und einen wachsenden Stromverbrauch erhöht und das Stromnetz somit stabilisiert. Eine Versorgung über Erdkabel erhöht die Versorgungssicherheit erheblich“, erläutert Felix Krämer, Netzplaner bei Westnetz. 

Der Verteilnetzbetreiber übernimmt bei der Umstellung auf Erdkabel alle Aufwendungen im Stromnetz, einschließlich der Kosten für den neuen Hausanschluss mit Kabel-Hausanschlusskasten. Hauseigentümer*innen müssen die zum Haus gehörende Hauptleitung (Zählerzuleitung) von einem im Installateurverzeichnis eingetragenen Elektroinstallateur-Unternehmen an die neue Anschlussstelle anpassen lassen. Die betroffenen Anwohner*innen in Gondorf werden vor Beginn der Maßnahme postalisch informiert. Sobald alle Hausanschlüsse umgerüstet sind und die Versorgung über Erdkabel erfolgt, werden die Freileitungen samt Dachständer durch Westnetz demontiert. 

Im Zuge der Erdverkabelung werden in Kürze eine digitale Ortsnetzstation sowie zwei neue Stationen in das Verteilnetz eingebunden. Mit der Digitalisierung der Technik kann der Verteilnetzbetreiber zukünftig die digitalen Ortsnetzstationen aus der Entfernung steuern und im Bedarfsfall somit noch schneller auf Störungen reagieren. Westnetz bittet um Verständnis für mögliche Beeinträchtigungen während der Bauphase. 

Ortsbürgermeister Michael Dötsch von Kobern-Gondorf zeigt sich zufrieden: „Besonders freut es mich, dass die notwendige Modernisierung des Stromnetzes in unserer Gemeinde gleichzeitig mit dem Ausbau des Glasfasernetzes erfolgt. Das Mitverlegen der Mittel- und Niederspannungskabel in den offenen Baustellen erspart nicht nur Zeit und Kosten, sondern reduziert auch die Beeinträchtigung aller Anwohner*innen.“ 

Die Energiewende ist für die Verteilnetze ein Stresstest. Für Westnetz besteht die Herausforderung darin, die steigenden Zahlen an neuen Stromerzeugungs- und Verbrauchsanlagen an die Stromnetze anzuschließen. Neben dem klassischen Netzausbau, also dem Zubau von mehr Leitungen, mehr Transformatoren, mehr Ortsnetzstationen, treibt der Verteilnetzbetreiber deshalb auch den Ausbau und die Verstärkung des Stromnetzes massiv voran. Westnetz nimmt damit als Treiber der Energiewende eine führende Rolle im notwendigen Umbau der Energienetze in Rheinland-Pfalz ein.