Nickenich,
11
Dezember
2023
|
09:15
Europe/Amsterdam

Strom fließt in Nickenich künftig durch intelligentes Netz

  • Westnetz digitalisiert Ortsnetzstationen im Netzgebiet 
  • Live-Daten ermöglichen Echtzeitanalyse und bedarfsgerechten Netzausbau 

Westnetz investiert in das Stromnetz der Zukunft. In Nickenich hat der Verteilnetzbetreiber von Westenergie nun drei Ortsnetzstationen digitalisiert. Mit der Digitalisierung seiner Technik kann der Verteilnetzbetreiber zukünftig aus dem Netz gewonnene Live-Daten zu Strom und Spannung besser beobachten, steuern und flexibler auf Änderungen von Netzaktivitäten reagieren. Die drei Ortsnetzstationen wurden in Nickenich ringförmig angeordnet, um die Stabilität und Ausfallsicherheit der Versorgung noch stärker zu erhöhen. 

Ortsnetzstationen wandeln Mittelspannung in haushaltsübliche Niederspannung um. Digitale Ortsnetzstationen haben die gleiche Funktion, übertragen aber zusätzlich Live-Daten über Mobilfunk oder Glasfaser. So kann Westnetz das Stromnetz in Echtzeit analysieren und regeln. Diese Daten helfen dem Unternehmen dabei, das Netz bedarfsgerecht auszubauen. Darüber hinaus erkennt das smarte System ungewünschte Vorkommnisse wie Stromausfälle besonders schnell: Die Technik unterstützt bei der Eingrenzung von Fehlern im Netz und verkürzt durch die Möglichkeit der Fernsteuerung die Ausfallzeiten. 

Schon heute sieht Westnetz einen signifikanten Anstieg der Netzbelastung und investiert daher frühzeitig in die Modernisierung der Technik. „In weniger als zehn Jahren werden unsere Netze einer deutlich höheren Belastung ausgesetzt sein“, sagt David Fuhrmann, Ingenieur Netzplanung von Westnetz und ergänzt: „Dazu tragen vor allem der Ausbau der Elektromobilität sowie der Einsatz von Wärmepumpen bei. Zusätzlich muss das Netz immer mehr Energie aus Photovoltaikanlagen und weiteren Eigenerzeugungsanlagen dezentral aufnehmen. Um diese Entwicklung aufzufangen, bereiten wir unsere Technik schon heute auf die Zukunft vor. Bisher haben wir im Landkreis Mayen-Koblenz 34 digitale 
Ortsnetzstationen aufgestellt, im gesamten Netzgebiet der Rauschermühle sind es bereits 75 Stationen.“ 

Landrat Dr. Alexander Saftig überzeugte sich vor Ort von der neuen Technik und betonte: „Das Thema Energieversorgung und dezentrale Energieerzeugung mit dem Ziel, eine energieautarke Region zu werden, ist für den Landkreis Mayen-Koblenz ein wichtiges Anliegen. Ich freue mich, dass Westnetz durch die Digitalisierung des Netzes dafür Sorge trägt, dass die Menschen in unserer Region mit Photovoltaik Strom erzeugen und diesen ins Netz einspeisen können. So kann jeder seinen Teil zur Energiewende beisteuern. Denn nur im Dreiklang von Bürgern, Kommunen und Netzbetreiber werden wir zukunftsfähig sein.“ 

Die Energiewende ist für die Verteilnetze ein Stresstest. Werden sie nicht massiv ausgebaut, werden sie diesen Test nicht bestehen. Für die Verteilnetzbetreiber besteht die Herausforderung darin, die steigenden Zahlen an neuen Verbrauchern und Erzeugern an die Stromnetze anzuschließen. Neben dem klassischen Netzausbau, also dem Zubau von mehr Leitungen, mehr Transformatoren, mehr Ortsnetzstationen, treibt Westnetz deshalb auch die Digitalisierung der Infrastrukturen in den Landkreisen Ahrweiler, Cochem-Zell, Mayen-Koblenz und Vulkaneifel massiv voran. Michael Dötsch, Leiter des Regionalzentrums Rauschermühle von Westnetz, erläutert: „Die Maßnahmen umfassen alle Ebenen des Verteilnetzes, wie die Erweiterung von Umspannwerken, aber auch die Errichtung digitaler Ortsnetzstationen. Damit ist es möglich, die Netze bei unerwarteten Verbrauchsspitzen oder hohen Stromerträgen durch Photovoltaik- oder Windkraftanlagen präzise zu steuern. Westnetz nimmt damit als Treiber der Energiewende eine führende Rolle im notwendigen Umbau der Energienetze in Rheinland-Pfalz ein.“