Raesfeld,
25
Januar
2024
|
16:14
Europe/Amsterdam

Raesfeld investiert in das Stromnetz der Zukunft

  • Westnetz digitalisiert Ortsnetzstationen Raesfeld 
  • Live-Daten ermöglichen Echtzeitanalyse und bedarfsgerechten Netzausbau 

Der Verteilnetzbetreiber Westnetz investiert in das Stromnetz der Zukunft. In Raesfeld wird das Unternehmen im Jahr 2024 insgesamt fünf Ortsnetzstationen digitalisieren. Mit der Digitalisierung der Technik kann Westnetz die aus dem Netz gewonnenen Live-Daten zu Strom und Spannung künftig besser beobachten, steuern und flexibler auf Veränderungen von Netzaktivitäten reagieren. Die anstehenden Baumaßnahmen bereitet der Verteilnetzbetreiber aktuell am Standort Diersfort 41 vor. Die neue Station ersetzt dort die alte Gittermaststation. Um die Versorgungssicherheit zu erhöhen und eine Verbindung zu einer weiteren Station im Breewinkel 7 zu schaffen, hat Westnetz darüber hinaus ein Mittelspannungskabel auf einer Länge von 1,1 Kilometer verlegt. 

Ortsnetzstationen wandeln Mittelspannung in haushaltsübliche Niederspannung um. Digitale Ortsnetzstationen haben die gleiche Funktion, übertragen aber zusätzlich Live-Daten über Mobilfunk oder Glasfaser. So kann Westnetz das Stromnetz in Echtzeit analysieren und steuern. Diese Daten helfen dem Verteilnetzbetreiber, das Netz bedarfsgerecht auszubauen. Darüber hinaus erkennt das System ungewünschte Vorkommnisse wie Stromausfälle besonders schnell: Die Technik unterstützt bei der Eingrenzung von Fehlern im Netz und verkürzt durch die Möglichkeit der Fernsteuerung die Ausfallzeiten im Stromnetz. 

Schon heute sieht Westnetz einen signifikanten Anstieg der Netzbelastung und stößt daher frühzeitig die Modernisierung der Technik an. 

„In weniger als zehn Jahren werden unsere Netze einer deutlich höheren Belastung ausgesetzt sein. Dazu tragen vor allem der Ausbau der Elektromobilität sowie der Einsatz von Wärmepumpen bei“, sagte Matthias Alscher, Netzplaner bei Westnetz. „Zusätzlich muss das Netz immer mehr Energie aus Photovoltaikanlagen und weiteren Eigenerzeugungsanlagen dezentral aufnehmen. Um diese Entwicklung aufzufangen, bereiten wir unsere Technik schon heute auf die Zukunft vor.“ 

Hintergrund: 

Das Stromnetz kann man sich wie ein Straßennetz vorstellen: Es gibt Autobahnen, Bundesstraßen und Landstraßen. Ebenso ist das Stromnetz in das Hochspannungsnetz (110.000 Volt), das Mittelspannungsnetz (10.000 Volt) und das Niederspannungsnetz (400 Volt) unterteilt. Die unterschiedlichen Netze bedienen verschiedene Abnehmer: das Hochspannungsnetz größere Orte und energieintensive Unternehmen, das Mittelspannungsnetz kleinere Orte und Unternehmen sowie das Niederspannungsnetz einzelne Haushalte und Geschäfte. Umspannwerke und Ortsnetzstationen stellen die Verbindung zwischen den einzelnen Spannungsebenen her – vergleichbar mit Autobahnkreuzen oder Autobahnabfahrten.