FAQ's Gas

Netz und Netzentgelte Gas

Was ist ein Netzbetreiber?

Netzbetreiber sind Energieversorgungsunternehmen, die ein Übertragungs- oder Verteilernetz betreiben, welches Energie in Elektrizitäts- oder Gasversorgungsnetz verteilt.

Was ist ein Netznutzer?

Netznutzer sind alle natürlichen oder juristischen Personen, die Energie in ein Elektrizitäts- oder Gasversorgungsnetz einspeisen oder daraus beziehen.

Worin besteht der Unterschied zwischen Netzzugang, Netzanschluss und Anschlussnutzung?

Der Netzzugang umfasst die Entnahmestellen von Elektrizität oder Gas aus dem Versorgungsnetz und regelt die Belieferung des Kunden mit Energie zwischen dem Lieferanten und dem Netzbetreiber, also die Teilnahme des Kunden am Markt. Jedermann erhält vom Netzbetreiber nach sachlich gerechtfertigten Kriterien einen diskriminierungsfreien Netzzugang. Der Netzbetreiber hat die Bedingungen, Musterverträge sowie Entgelte zu veröffentlichen. Der Netzanschluss ist der physikalische Anschluss an das Netz (Hausanschluss). Die Anschlussnutzung ist die Möglichkeit des Kunden das Netz eines Netzbetreibers zu nutzen, um mit Energie versorgt zu werden.

Was sind Netzentgelte?

Die Netzentgelte zahlt der Kunde für die Inanspruchnahme des Netzes zur Strom-/Erdgasversorgung. Mit den Entgelten werden die Kosten, z.B. für Erneuerung, Wartung, Instandhaltung, Bau und Betrieb gedeckt. Die Netzentgelte sind Teil des Strom- und Erdgaspreises, den der Kunden an seinen Lieferanten zahlt.

Westnetz – Netzentgelte

Welche Rolle spielt die Bundesnetzagentur?

Die BNetzA ist eine selbstständige Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie. Ihr Auftrag besteht in der Förderung von Liberalisierung und Wettbewerb in so genannten Netzmärkten (Telekommunikation, Post, Eisenbahnverkehr, Strom-/ Gasversorgung).

Wesentliche Aufgaben der BNetzA im Energiesektor:

  • Kontrolle und Genehmigung der Netzentgelte
  • Gewährleistung eines diskriminierungsfreien Netzzugangs

Energieversorgungsunternehmen mit weniger als 100.000 Kunden und Versorgungsnetzen innerhalb eines Bundeslandes werden von den Landesregulierungsbehörden reguliert.

http://www.bundesnetzagentur.de

Was ist die Anreizregulierung?

Die Anreizregulierung ist eine Methode, die dem Netzbetreiber Anreize für eine effiziente Leistungserbringung setzt. Die bisher gesetzlich vorgeschriebene Kostenkalkulation wird im Rahmen der Anreizregulierung abgelöst und durch festgelegte Erlösobergrenzen ersetzt. Unterstützt wird dies durch Effizienzvorgaben, welche, ausgehend von dem effizientesten Netzbetreiber, auf die Netzbetreiber wirken. Der Bundesnetzagentur wird somit ein Instrument gegeben, den fehlenden Wettbewerbsdruck im Bereich von leitungsgebundenen Elektrizitäts- und Gasnetzen zu kompensieren und die Netznutzungsentgelte marktgerecht einzustellen.

Wer ist der Grundversorger?

Grundversorger nach § 36 Abs. 2 EnWG ist jeweils das Energieversorgungsunternehmen, das die meisten Haushaltskunden in einem Netzgebiet der allgemeinen Versorgung beliefert. Der Grundversorger sichert die Versorgung der Kunden mit Energie zu veröffentlichten Preisen, falls kein anderer Lieferant vorhanden ist.

Beispiel: Gemeindegebiet (i.d.R. Konzessionsgebiet)

Was ist eine Konzessionsabgabe?

Konzessionsabgaben sind Entgelte an die Gemeinde für die Erlaubnis, öffentliche Verkehrswege und Flächen für die Verlegung und den Betrieb von Versorgungsleitungen zu nutzen.

Was ist die Vorhalteleistung?

Die Vorhalteleistung ist die für den Kunden maximal vorzuhaltende Anschlussleistung an der Ausspeisestelle. Die Ausspeisestelle ist der Ort, an dem das transportierte Erdgas das Netz des Netzbetreibers verlässt und an den Kunden übergeben wird.

Was sind die Netzanschlusskosten?

Der Netzbetreiber ist berechtigt, vom Anschlussnehmer (Eigentümer) die Erstattung der bei wirtschaftlich effizienter Betriebsführung notwendigen Kosten für die Herstellung, Änderung oder Erweiterung des Netzanschluss zu verlangen. Die Kosten können auf Grundlage der durchschnittlich für vergleichbare Fälle entstehenden Kosten pauschal berechnet werden, wobei Eigenleistungen angemessen zu berücksichtigen sind.

Was sind temperaturabhängige Lastprofile?

Bei Gasheizungen ist es notwendig, dass bei der Energiebeschaffung die tatsächliche (prognostizierte) Außentemperatur sowie Windzone und Klimazone berücksichtigt werden. Dies wird durch temperaturabhängige Lastprofile, die täglich auf Basis der prognostizierten Temperatur angepasst werden, ermöglicht.

Durch die temperaturabhängige Systematik eines Lastprofilverfahrens für diese Lieferstellen ist gewährleistet, dass sich sowohl Leistungs- als auch Mengendifferenzen in einem gewissen Rahmen bewegen und damit für Netzbetreiber beherrschbar und für Lieferanten kalkulierbar bleiben.

Was bezeichnet man als Mengenumwerter?

Eine Zusatzeinrichtung zu einem Gaszähler, die den gemessenen Volumenstrom vom Betriebszustand in den Normzustand umrechnet und bei Großkunden eingesetzt wird.

Was versteht man unter MRG?

Messdatenerfassungs- und registriergerät (MRG)

Technische Einrichtung, welche die vom Zähler bzw. dem dazu gehörenden Mengenumwerter übertragenen Daten erfasst und speichert. Die Daten können dann über eine Fernübertragungseinrichtung weitergeleitet werden, werden aber hauptsächlich bei Großkunden eingesetzt.

Was ist ein Gastag/Gasjahr?

Für die Gaswirtschaft spezifische Definition des Tages. Tagesbeginn ist um 06:00 Uhr (MEZ / MESZ), Ende des Tages ist um 05:59 Uhr (MEZ / MESZ) des Folgetages. Ein Gasjahr beginnt am
01. Oktober, da zu diesem Zeitpunkt die Heizperiode mit erhöhtem Gasbedarf beginnt, und endet am 30. September eines Jahres.

Was passiert bei der Odorierung?

Beimischung flüssiger, typisch riechender Odormittel zum Erdgas zum Zwecke der Indikation von Undichtheiten im Leitungssystem, vor allem in Hausinnenleitungen.

Was ist ein Brennwert?

Der Brennwert ist die Wärmemenge, die bei der vollständigen Verbrennung einer abgemessenen Gasmenge in Luft freigesetzt wird. Das bei der Verbrennung entstehende Wasser liegt dabei flüssig vor, alle anderen Verbrennungsprodukte befinden sich im gasförmigen Zustand.

Der Brennwert dient der Umrechnung der gemessenen Menge (Kubikmeter Gas) in die Energieeinheit (kWh).

Der Brennwert eines Brennstoffes wird in Kilowattstunde pro Normkubikmeter angegeben [kWh/m³].

 

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