Kisselbach, 22. September 2016, Westnetz GmbH

Smart Operator macht das Stromnetz in Kisselbach intelligent



  • Leistungsfähige Box steuert und vernetzt innovative Bausteine im Ortsnetz und in den Haushalten

  • Die effiziente Integration von erneuerbarem Strom bringt Energiewende voran

  • Lokal erzeugter Strom wird zunehmend vor Ort verbraucht

Präsentierten bei der Bilanzveranstaltung die Erkenntnisse aus zwei Jahren Smart Operator-Betrieb: Dr. Armin Gaul, Stefan Willing (beide innogy S.E.) mit dem Kisselbacher Ortsbürgermeister Heinz-Ludwig Kub und Teilprojektleiter Achim Schneider, Westnetz GmbH
Präsentierten bei der Bilanzveranstaltung die Erkenntnisse aus zwei Jahren Smart Operator-Betrieb: Dr. Armin Gaul, Stefan Willing (beide innogy S.E.) mit dem Kisselbacher Ortsbürgermeister Heinz-Ludwig Kub und Teilprojektleiter Achim Schneider, Westnetz GmbH

Seit mehr als zwei Jahren ist in Kisselbach das Projekt „Smart Operator – flexible Netze für dezentrale Erzeuger“ erfolgreich in Betrieb. Der Smart Operator, eine kleine intelligente Box des innogy-Verteilnetzbetreibers Westnetz, die in die Trafostation des Ortsnetzes eingebaut ist, steuert intelligent die Stromflüsse im Ort. Er erstellt dazu kurzfristige Prognosen auf Basis eines selbstlernenden Algorithmus, einer eigenen Wetterstation sowie den Verbrauchs- und Einspeisedaten der mit intelligenten Zählern ausgerüsteten Haushalte. Die Optimierung erfolgt dann über neuartige fernsteuerbare Netzkomponenten, wie beispielsweise einen Netz-Batteriespeicher, einen regelbaren Ortsnetztrafo, Niederspannungsschalter und steuerbare Ladestationen für Elektrofahrzeuge. So kann mehr Strom aus den Photovoltaikanlagen vom Netz aufgenommen, zwischengespeichert und in Zeiten mit hohem Stromverbrauch genutzt werden. In der Folge ist der Strombezug der Demonstrationsnetze aus dem regionalen Mittelspannungsnetz, aber auch die Stromrückspeisung in das übergeordnete Netz, zurückgegangen.

Heute stellten die Projektleiter von Westnetz und innogy im Beisein von Lokalpolitikern vor rund 60 Gästen, darunter viele teilnehmende Projekthaushalte, erste Ergebnisse aus dem Feldversuch vor. „Im gesamten letzten Jahr liefen unser Smart Operator und die ganze technische Infrastruktur zuverlässig und stabil. Leistungsschwankungen im Netz werden seit Beginn des Projekts durch die eingebaute, intelligente Technik kontrolliert und alle Komponenten gesteuert. Die erprobte Technik in den Ortsnetzen hilft uns dabei, die Ressourcen der vorhandenen Netze optimal auszuschöpfen und damit den Netzausbau zumindest lokal zu begrenzen", sagt Dr. Stefan Küppers, Geschäftsführer der Westnetz im Ressort Technik. „Der Smart Operator bietet Antworten auf wichtige Fragen der Energiewende. Wir haben gezeigt, dass der Betrieb der Ortsnetze durch den Einsatz künstlicher Intelligenz optimiert werden kann. Damit gehen wir einen weiteren Schritt in Richtung Energiezukunft.“ Arno Imig, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Rheinböllen, ergänzt: „Wir sind stolz, dass Kisselbach die Heimat dieses wichtigen Forschungs- und Entwicklungsprojektes von innogy und Westnetz ist. Das Modellprojekt erprobt neue Technologien, die die Energiewende und den Umbau der Energieversorgung in der Region nachhaltig voranbringen.“

Das Smart Operator-Projekt ist eine der umfassendsten Smart-Grid-Installationen in Deutschland. innogy testet die Steuerbox gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Hochschulen nicht nur in Kisselbach im Hunsrück, sondern auch in weiteren Modellregionen in Wincheringen an der Obermosel und mit ihrer Regionalgesellschaft LEW in der Siedlung Wertachau im bayrischen Schwabmünchen. In das Projekt sind rund acht Millionen Euro an Entwicklungskosten geflossen. In Kisselbach wurden über 130 Privathaushalte durch den Einbau von intelligenten Stromzählern und den Datenaustausch über das neu errichtete Glasfasernetz zu direkt involvierten Projektbeteiligten. Über eine Online-Übersicht können sich die Projektteilnehmer über die eingespeiste Energie ins Stromnetz und über den Verbrauch im eigenen Haushalt informieren und den Verbrauch optimieren. Durch den Einsatz der smarten Technologie kann so ein größerer Anteil des selbsterzeugten Stroms aus dem Ortsnetz genutzt werden.

„Wir haben damit Neuland betreten“, berichtet Stefan Willing, Projektleiter Smart Operator bei innogy. „Das Team des Smart Operators hat die enorme Herausforderung gemeistert, das komplexe Zusammenspiel der intelligenten Bausteine im Netz und in den Haushalten zu koordinieren.“ Er fügt hinzu: „Alle Netzkomponenten, vom Smart Operator selbst über den Batteriespeicher, die E-Ladesäulen, die intelligenten Zähler und Kommunikationseinheiten in den Haushalten bis hin zur Wetterstation, arbeiten gut miteinander. Zum Beispiel speichert die Batterie den Sonnenstrom meistens dann, wenn er erzeugt wird und gibt ihn abends und morgens, wenn er benötigt wird, wieder ab.“ Durch die in Kisselbach gewonnenen Messwerte optimiere der Smart Operator mithilfe aller angeschlossenen Einheiten das Ortsnetz in der Gemeinde. Informationen zum Smart-Operator-Gesamtprojekt gibt es unter: www.innogy.com/smartoperator.
Die Westnetz mit Sitz in Dortmund ist der Verteilnetzbetreiber für Strom und Gas im Westen Deutschlands. Das Unternehmen ist eine 100-prozentige Tochter der innogy SE. Westnetz betreibt mit 5.100 Mitarbeitern eine Vielzahl von Netzen unterschiedlicher Eigentümer im Westen Deutschlands. Sie ist ein unabhängiger Verteilnetzbetreiber und stellt die Gas- und Stromnetze allen Marktteilnehmern diskriminierungsfrei zur Verfügung. Innerhalb der innogy SE verantwortet Westnetz im regulierten Bereich Planung, Bau, Instandhaltung und Betrieb von 185.000 Kilometern Stromnetz und 28.000 Kilometern Gasnetz. Westnetz unterstützt die Energiewende in Deutschland mit zukunftsorientiertem Aus- und Umbau der Netze sowie zahlreichen Innovationsprojekten.

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innogy SE
Sebastian Ackermann
Leiter Kommunikation Sparte Netz und Infrastruktur
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