Ruppichteroth, 18. April 2016, Westnetz GmbH

Arbeiten an der Stromleitung bei 10.000 Volt



  • Netzbetreiber Westnetz wendet innovatives Verfahren an

  • Der Strom fließt weiter - keine Abschaltungen im Netz

Die Techniker des RWE-Verteilnetzbetreibers Westnetz bauen unter Spannung von 10.000 Volt  so genannte Trennschalter in die Stromleitung ein. Beim neuen Verfahren „Arbeiten unter Spannung“ fließt der Strom weiter durch die Leitung, es gibt keine Unterbrechung für die Kunden.
Die Techniker des RWE-Verteilnetzbetreibers Westnetz bauen unter Spannung von 10.000 Volt so genannte Trennschalter in die Stromleitung ein. Beim neuen Verfahren „Arbeiten unter Spannung“ fließt der Strom weiter durch die Leitung, es gibt keine Unterbrechung für die Kunden.

Der Ruppichterother Ortsteil Mittelsaurenbach war am Sonntag vor einer Woche (10. April 2016) von einen Stromausfall betroffen. Dabei wurde die defekte Stromleitung außer Betrieb genommen, so dass seitdem Mittelsaurenbach und angrenzende Ortsteile über andere Leitungen mit Strom versorgt wurden. Um zur Fehlereingrenzung und Störungsbehebung diese Leitungen nicht abschalten zu müssen, setzte der RWE-Verteilnetzbetreiber Westnetz jetzt das innovative Verfahren „Arbeiten unter Spannung“ ein.

Unerschrocken fassen zwei Westnetz-Techniker in zehn Metern Höhe mit ihren Handschuhen die Drähte der 10.000 Volt-Leitung an. Sie führen ihre gewohnten Arbeiten zum Einbau von so genannten Trennschaltern aus. Die Bewohner von Mittelsaurenbach und der angrenzenden Orte merken nichts davon, dass an der Stromleitung gearbeitet wird. Ein dritter Kollege beobachtet die Arbeit seiner beiden Kollegen vom Boden aus und sorgt für Sicherheit. Die drei bilden ein Spezialteam, das für das Arbeiten unter Spannung notwendig ist – also für das Arbeiten an Stromleitungen, ohne diese vom Netz zu nehmen. Kunden wie Privathaushalte, Gewerbe und Unternehmen sind also weiter mit Strom versorgt. „Westnetz ist auf diesem Gebiet in Deutschland als Know-how-Träger führend“, sagte Netzmeister Martin Westhofen aus Siegburg.

Seilschäden reparieren, Holzmasten und Isolatoren wechseln, Trennschalter einsetzen oder Ortsnetzstationen warten. Ob in der Mittelspannung bei 10.000 Volt oder in der Niederspannung bei 400 Volt, all das kann beispielsweise gemacht werden, ohne den Strom zu unterbrechen. Für das „Arbeiten unter Spannung“ gibt es detaillierte Arbeitsanweisungen. So müssen spezielle Isolierhandschuhe getragen werden. Weiter kommen überbrückungssichere, isolierende Stangen zum Einsatz. Die drei Techniker haben zum Beispiel die isolierenden Einsätze ihrer Arbeitskörbe, in denen sie zu den Leitungen fahren, penibel gesäubert, haben Windstärke und Luftfeuchtigkeit gemessen. Die Netzleitstelle Wesseling-Berzdorf, die die Netze in der Region überwacht und steuert, ist vor dem Arbeitseinsatz informiert worden. „Nimmt man die Summe aller Risiken zusammen, ist die konventionelle Methode genau so sicher wie das Arbeiten unter Spannung“, formuliert Spezialtechniker Christophe Bouyer seine persönliche Auffassung. Zumal die für diese Einsätze ausgebildeten Mitarbeiter sehr zuverlässig seien sowie besonnen und ruhig arbeiten.

Info: Die spezielle Ausrüstung verhindert, dass Strom durch den Körper fließen kann – die Techniker sind vor einem Stromschlag geschützt. Die Arbeitskörbe, in denen die Fachkräfte an die Leitungen heranfahren sowie Teile der Hubarbeitsbühne sind aus isolierendem Material gefertigt. Die gesamte Ausrüstung inklusive Werkzeuge und Hilfsmittel wird regelmäßig auf ihre Funktionsfähigkeit überprüft.


Pressekontakt:
Christoph Brombach
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