Dortmund, 22. Februar 2016, Westnetz GmbH

Westnetz regelt Einspeisung regenerativer Energie durch intelligentes Netzmanagement



  • Weiterhin punktuell hohe Belastung des Verteilnetzes
  • Einsatz innovativer Technik sorgt in 2015 für eine Reduzierung der abgeregelten Energie

  • Spitzenkappung ist hilfreich für optimalen Netzausbau

Die weiterhin steigende Menge an Erneuerbare-Energien-Erzeugungsanlagen und die damit verbundene steigende Menge an eingespeister Energie führt an vielen Stellen zu einer sehr hohen Belastung des Verteilnetzes der Westnetz GmbH. Insbesondere der hohe Input an Windenergie stellt die Systemführung vor große Herausforderungen. In einigen windreichen Regionen des Westnetz-Gebietes kommt es deshalb punktuell und regional zu einer extrem hohen Belastung des Netzes. Diese Belastungszustände werden rund um die Uhr von der Systemführung beobachtet. Durch Umschaltungen im Netz wird versucht, Überlastungen zu vermeiden. Nur in Ausnahmefällen muss durch Abregelungen Einfluss auf die Einspeisung genommen werden.

Da das Unternehmen kontinuierlich in seine Netze investiert und in den letzten Jahren zunehmend innovative Technik beim Betrieb des Netzes eingesetzt wurde, konnte im Jahr 2015 die Anzahl der Eingriffe ins Netz und das Abregeln regenerativer Energie proportional zum Anstieg der erneuerbaren Quellen gedämpft werden. Der stark gestiegene Anteil an innovativer und intelligenter Technik im Netz sorgte im Jahr 2015 sogar für eine leichte Reduzierung der Eingriffe.

Die Zahl der Regeleingriffe im Hinblick auf regenerative Energie sank von 239 an 86 Tagen im Jahr 2014 auf 154 an 81 Tagen in 2015, was einer Reduzierung der Eingriffe um 36 Prozent entspricht. Trotzdem belief sich die abgeregelte Menge im Jahr 2015 auf 18 Millionen Kilowattstunden. Der Zubau an erneuerbaren Erzeugern in 2015 wies eine Gesamtleistung von ca. 365 MW auf. Grund für diesen Rückgang sind Maßnahmen wie die Weitbereichsregelung in der Mittelspannung, der Einsatz von Hochtemperatur-Leiterseilen im Hochspannungsbereich oder das wetterabhängige indirekte Leiterseil-Monitoring (kurz WILT).

Die Weitbereichsregelung in der Mittelspannung ist eine flexible Anpassung der Sammelschienen-spannung in Abhängigkeit von der Last- und Einspeisesituation. Mit ihrer Hilfe kann das vorhandene Mittelspannungsnetz mehr Energie ohne zusätzlichen Ausbau transportieren.

Durch den Tausch von Hochtemperatur-Leiterseilen gegen Standard-Leiterseile im 110 kV-Freileitungsnetz können höhere Ströme transportiert werden. Vorteil ist die Nutzung der vorhandenen Trassen. Westnetz hat diese Technik im Hunsrück eingesetzt.
Das wetterabhängige indirekte Leiterseil-Monitoring nutzt Reserven der Betriebsmittel. Die relevanten Umgebungsbedingungen (Windgeschwindigkeit, Temperatur, Globalstrahlung) werden ermittelt, wodurch sich die zulässige Stromstärke ergibt. Dadurch kann die Leitung deutlich höher ausgelastet werden.

Dr. Stefan Küppers, Geschäftsführer Technik der Westnetz, betont: „Als größter Verteilnetz-betreiber in Deutschland nehmen wir die Herausforderung an und sehen uns in der Verantwortung. Wir werden auch weiterhin mit F&E- und Innovationsprojekten die erweiterte Rolle eines regionalen Verteilnetzbetreibers durch neue innovative Netzsysteme und Netztechniken kontinuierlich weiterentwickeln.“

Dr. Küppers unterstrich, dass Westnetz die geplante Spitzenkappung, die ins Energiewirtschaftsgesetz einfließen wird, ausdrücklich begrüßt. „Es hilft uns als Netzbetreiber, wenn wir unsere Netze nicht mehr auf 100 Prozent Einspeisung aus erneuerbarer Energie auslegen müssen, sondern in der Ausbauplanung berücksichtigen können, dass drei Prozent abgeregelt werden können. Ein Schritt, der unseren Maßnahmenkatalog sinnvoll ergänzt“.

Für Rückfragen:
Sebastian Ackermann
Leiter Kommunikation / Öffentlichkeitsarbeit
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M 0172 2028979

Die Westnetz mit Sitz in Dortmund ist der Verteilnetzbetreiber für Strom und Gas im Westen Deutschlands. Das Unternehmen ist eine 100-prozentige Tochter der RWE Deutschland AG. Westnetz betreibt mit 5.100 Mitarbeitern eine Vielzahl von Netzen unterschiedlicher Eigentümer im Westen Deutschlands. Sie ist ein unabhängiger Verteilnetzbetreiber und stellt die Gas- und Stromnetze allen Marktteilnehmern diskriminierungsfrei zur Verfügung. Im RWE-Konzern verantwortet Westnetz im regulierten Bereich Planung, Bau, Instandhaltung und Betrieb von 185.000 Kilometern Stromnetz und 28.000 Kilometern Gasnetz. Westnetz unterstützt die Energiewende in Deutschland mit zukunftsorientiertem Aus- und Umbau der Netze sowie etlichen Innovationsprojekten.